Denn sie wissen nicht, was sie tun

Aktualisiert: Mai 31

Vom Platzen der Blase der jetzigen Betriebs-Ökonomie?


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„Johannes! Schau mal her ich glaub‘ ich hab was für dich. Ne richtig coole App. Wir haben vor kurzem ein Start-Up hochgezogen. Ich sag dir – wir gehen demnächst steil! Der nächste Gig sorgt für den nötigen Impact!“

So oder ähnlich kam ein altbekannter Kollege auf mich zugestürmt, während ich auf dem letzten Networking-Event an meinem Glas Panaché nippte.


Ja, tatsächlich.

Die Kollegen haben ein Start-Up in Frankfurt gegründet. Eine weitere App. Irgendeine Vermarktungsplattform für den Immobilienbereich.


Eine von 10.000enden im Jahr 2019.

Was mir dabei allerdings immer wieder auffällt, ist diese Ähnlichkeit dieser „tollen Innovationen“.

Denn letztendlich handelt es sich ganz oft um irgendwelche Plattformen. Plattformen für Vermittlung/Vermarktung und oder Datensammlung (welche respektiv auch nur der Vermarktung dienen).


Hin und wieder erfinden diese hippen Entrepreneurs sogar Plattformen für Plattformen.


Nachdem ich mir dann ein ruhiges Plätzchen gesuchte habe, um in Ruhe mein Bier auszutrinken, checkte ich noch kurz mein LinkedIn Feed und meine Messages.


Bis auf 20-jährige Marketing Gurus, super professionelle Fitness-Coaches und Berater für Berater, sowie "Coaches" für alles und jeden - war leider nichts Spektakuläres dabei.


Allgemein war auch das Networking-Event eher uninteressant. Wie all zu oft das Übliche. 90% Verkäufer, Berater & Coaches, welche auf Kundenfang waren.


Nun hat sich dies eben auch bei den CEOs und anderen Entscheidern von Unternehmen herumgesprochen, dass viele dieser Netzwerk-Veranstaltungen auch nur noch grosse Selbstdarsteller-Shows sind.

Die Folge: Man meidet solche Anlässe lieber und erspart sich die immer gleich klingenden Elevator-Pitches.


Von Unternehmern und Unternehmen

A propos CEO. Gibt es die eigentlich noch?

Oder gelten die mittlerweile zur gefährdete Art?

Also ich meine natürlich richtige CEOs und Geschäftsführer einer Firma...mit richtigen angestellten Mitarbeitern. Unternehmer - so wohl der veraltete Begriff dafür.


Ich meine, bei so vielen Start-Ups, Coaches, Beratern, Berater Berater und Speakern (um Gottes Willen, um ein Haar hätte ich doch fast die Speaker vergessen!), kommt gelegentlich schon einmal die Frage auf, wer überhaupt noch im klassischen Angestelltenverhältnis arbeiten soll und zur Gattung "Mitarbeiter" gehört.


Dass Unternehmen enorm unter Mitarbeiterfluktuation, Brain-Drain und Nachwuchsproblemen leiden, ist ja kein Geheimnis mehr.


Auch nur die logische Folge, macht sich im Jahr 2020 der 24-jährige Ingenieur-Studien-Absolvent als Fitness-Berater selbstständig und der lang gediente Einkaufsleiter wird von heute auf morgen freiberuflicher Prozess-Berater oder gründet mit seinen Saufkumpanen einen Online-Shop für Zierfische.


Henne oder Ei?

Unternehmen, welche aufgrund fehlende Mitarbeiter wenig Energie in Entwicklung & Forschung, sowie neue Innovation investieren können, pumpen deren Vermögen stattdessen in Marketing & Sales.


Natürlich - unbedingt! Das haben die Ex-McKinsey Jünger dem Automobilzulieferer und dem Sanitär KMU aus dem Berner Oberland über Jahre eingetrichtert.


Es wird verkauft, verkauft, verkauft! Man scheint nichts daraus gelernt zu haben.

Statt Kunden-orientierter Innovation, versuchen Unternehmen weiterhin deren Absätze zu erzwingen.

Umsatz um jeden Preis - mit schnellem Gewinn gegen die Vergangenheit!


Optimale Zeiten also für unsere Marketing-Berater, Sales Coaches und Social Selling Gurus auf LinkedIn. Verkaufen, verkaufen, verkaufen...Die Zahlen müssen schliesslich stimmen!


Das klingt doch nach einem soliden ökonomischen System! ...Nein?

Leider Nein, leider gar nicht.


Wenn wir Coaches und Berater Berater, sowie Young serial Start-Up Entrepreneurs uns fragen, weshalb wir eben nicht im strategischen Einkauf bei Roche sitzen, nicht Produktionsmitarbeiter bei Daimler sind und ebenso kein Ingenieur bei der RUAG, dann kommen die Antworten recht schnell und klar:


"Ne du, das ist nichts für mich. Da geht es nur um stupides Zahlen liefern, starre Prozesse und am Ende bist du da auch nur eine Nummer - ich hab da ein ganz anderes Mindset"


"Ich bin lieber frei und unabhängig. Da bin ich viel motivierter und arbeite auch lieber mal 14 stunden am Tag, hab aber kein Chef im Nacken, der mit der Peitsche bestimmt, wie ich was zu erledigen habe...Angestellter? Nix für mich"


Tatsächlich ist es so, dass vermeintliche finanzielle Unabhängigkeit, die unternehmerische Freiheit und der Selbstverwirklichungs-Drang leicht vom Angestelltenverhältnis lösen lassen.


Die Wohlstandsgesellschaft und der technische Fortschritt, senken für junge Selbstständige und Freischaffende viele Risiken und unterstützen diese Entwicklung.

Der gesellschaftliche Wandel zollt seine Opfer und gebärt seine Kinder.


Ergebnis: Der unmotivierte, un-innovative und gelangweilte Rest...bleibt in den Unternehmen im Angestelltenverhältnis und somit unter der Peitsche der Zahlen-Fetischisten, welche wiederum von teuren Berater-Honoraren und weisen Ratschlägen dazu gedrängt werden neue Umsatz-Benchmarks zu setzen.


Et voila - ein klassisches Henne-Ei Problem.


Reform statt Plattform

Die Frage ist, wie lange das Spiel für unsere verstaubte Betriebs-Ökonomie so weitergehen kann?


Haltet mich für einen Ketzer oder Spinner, aber ich bin der Meinung, eine System-Reform und neue Denkweisen wären für unser Betriebs-ökonomisches Verständnis deutlich sinniger, als eine weitere App oder Plattform für Marketing-beratende Marketing-Berater.







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